
Das RAW-Dateiformat erlaubt optimale Bildergebnisse. Nutzen Sie darum die verlustfreie Scharfzeichnung direkt im RAW-Dialog.

Die hochwertigen RAW-Dateien kommen ohne jede Scharfzeichnung aus der Kamera. Nutzen Sie darum den RAW-Dialog von Photoshop, Photoshop Elements oder Lightroom für eine perfekte Scharfzeichnung. Wir arbeiten hier mit Photoshop CS4, Vergleichbares gilt aber auch für Lightroom 2.0 bis 2.6 und Photoshop Elements 7 und 8.
Haben Sie das Bild im RAW-Dialog? Dann richten Sie zuerst die Zoomstufe 100 Prozent ein, denn sonst zeigt Photoshop Ihre Veränderungen gar nicht an. Klicken Sie mit einem doppelten Mausklick auf die Lupe oben links. Für die Scharfzeichnung wechseln Sie nun oben rechts im RAW-Dialog ins Register „Details“. Der „Betrag“-Regler entspricht dabei der „Stärke“ aus den Photoshop- Dialogen „Unscharf maskieren“ und „Selektiver Scharfzeichner“. Werte zwischen 100 und 150 sollten Sie nur verwenden, wenn Sie die entstehenden Bildstörungen mit den weiteren Reglern wieder eingrenzen. Tipp: Zeigen Sie den RAW-Di a log schirmfüllend groß an. Dazu drücken Sie die Taste F.
Der „Radius“-Steller entscheidet, wie breit sich die Scharfzeichnung um eine Kontur herum ausdehnt. Ungewollte Konturlinien reduzieren Sie mit gesenkter „Radius“-Einstellung. Dabei eignen sich Werte, die über 1,0 liegen, vor allem für deutlich unscharfe Fotos. Tipp: Sie können das Bild im RAWDialog von Photoshop scharf gezeichnet anzeigen, dann jedoch ohne jede Scharfzeichnung als JPEG schreiben oder in Photoshop öffnen. Der RAW-Dialog signalisiert Ihnen also vorab die mögliche Schärfe. Öffnen Sie nun ein Bild im RAW-Dialog und drücken Sie Strg+K (am Mac wie immer Befehlstaste+K). Im Klappmenü „Scharfzeichnen anwenden“ nehmen Sie „Nur Vorschaudarstellungen“.
Hohe „Detail“-Werte produzieren mehr Korn, zeigen aber auch mehr Feinheiten und eignen sich für Aufnahmen voller Strukturen. Niedrige „Detail“-Vorgaben zeigen das Bild glatter, jedoch manchmal auch künstlicher. Tipp: Der RAW-Dialog wendet zunächst 25 Prozent Scharfzeichnung auf jedes geöffnete Bild an. Wenn Sie das nicht möchten, senken Sie einfach den „Betrag“ auf 0. Klicken Sie nun rechts oben auf die Menüschaltfläche und dann auf „Camera RAW-Standards speichern“. Fotos dieser Kamera werden dann nicht mehr geschärft.
Steht nun der „Maskieren“-Wert auf 0, schärft Photoshop das ganze Bild. Je weiter Sie den Regler nach rechts ziehen, des to mehr kontrastarme Motivpartien werden von der Schärfung komplett ausgespart – so etwa diffuse Hauttöne, Himmel oder die homogene Wasser fläche in unserem Beispiel (siehe Abbildung links). Wenn Sie jetzt den „Details“-Regler mit gedrückter Alt-Taste ziehen, erscheinen tatsächlich geschärfte Zonen weiß, nicht scharf gestellte Bereiche schwarz. Tipp: Schalten Sie einfach die Bildvorschau vorübergehend mit der Taste P ab. Daraufhin sehen Sie wieder das ungeschärfte Bild.
Lightroom und die Photoshop-Vollversionen bieten eine zusätzliche Ausgabeschärfung. Diese wird auf Bilder angewendet, die Sie in Photoshop öffnen oder als JPEG-Datei schreiben. Das Verfahren hat die Aufgabe, Schärfeverlust durch Druckgeräte wie zum Beispiel Farbtintenstrahler auszugleichen. In Photoshops RAW-Dialog können Sie unten auf die blaue Zeile mit den technischen den Daten klicken und zum Beispiel „Adobe RGB (1998); 16 Bit; 4000 x 2672“ wählen. In den Arbeitsablauf- Optionen geben Sie nun einfach eine Papiersorte und eine Stärke vor. Tipp: Verzichten Sie zunächst ganz auf die Ausgabeschärfung und schärfen Sie erst direkt in Photoshop, wenn das Bild auf die endgültige Druckgröße umgerechnet wurde. hn
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SCHRITT 1 – BETRAG Der „Betrag“- Regler entspricht der „Stärke“-Funktion aus anderen Photoshop- Scharfzeichnern, hier 0 und 150 Prozent eines Pixel-Radius. |
| SCHRITT 2 – RADIUS Der „Radius“-Regler betont Motivkanten, hier die Werte 0,5 und 3. Die Stärke lag weiter bei 150 Prozent. |
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SCHRITT 3 – DETAIL |
SCHRITT 4 – MASKIEREN |
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SCHRITT 5 – AUSGABESCHÄRFUNG |
Sie wollen die RAW-Datei direkt in Photoshop schärfen, aber alle RAW-Eigenschaften behalten? Laden Sie dafür die Aufnahme in den RAW-Dialog und drücken Sie die Umschalt-Taste. Die Schaltfläche „Bild öffnen“ heißt dann „Objekt öffnen“. Nach einem Klick erscheint die RAW-Datei in Photoshop CS3 und CS4 als Smart-Objekt- Ebene. Wenden Sie also verlustfrei „Filter“-Befehle wie den „Selektiven Scharfzeichner“ an. Möchten Sie die Tonwerte noch einmal im RAW-Dialog verfeinern, klicken Sie mit einem doppelten Mausklick auf die Miniatur.
Im ersten Register bietet der RAW-Dialog nicht nur Regler für „Farbton“ und „Belichtung“, sondern auch die „Klarheit“. Die se Option hebt die Schärfe vor allem in den Mitteltönen und macht Ihr Foto damit knackiger. Der „Klarheit“-Regler ist manchmal eine gute Alternative zum Scharfzeichnen.
Auch direkt im RAW-Dialog gibt es eine örtliche Scharfzeichnung: Wählen Sie mit Anpassungspinsel oder Verlaufsfilter eine Motivpartie aus und heben Sie die „Bildschärfe“. Die Änderung erlaubt aber keinerlei Feinsteuerung.